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Zusatzqualifikationen und Fortbildungen

Wir studieren mindestens 5 Jahre und machen dann noch eine zusätzliche Approbation, die mindestens 3 Jahre mehr kostet. Doch weil wir Lernen so sehr mögen, gibt es noch eine Zauberzutat, damit uns nicht langweilig wird: Zusatzqualifikationen.

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Was sind Zusatzqualifikationen?

Im Laufe unserer Laufbahn können wir viele unterschiedliche Zertifikate erwerben – von Achtsamkeitstrainer bis Zen-Meister ist alles dabei. Es ist sowieso Teil unseres Berufslebens, dass wir uns kontinuierlich fortbilden müssen. Doch nicht alle von diesen Fortbildungen sind sinnvoll oder anerkannt. Manche werden für die Abrechnung mit den Kassen dringend benötigt, andere sind absolut freiwillig. Beispielsweise gibt es:

  • Gruppenqualifikation zur Abrechnung von Gruppentherapien
  • KJP-Zusatzqualifikation zur Abrechnung von KJP-Leistungen ohne KJP-Fachkunde
  • EMDR-Zusatzqualifikation von Verbänden zertifizierte Fortbildung, die gerne von Arbeitgebern gesehen wird, jedoch rechtlich NICHT zwingend erforderlich für die Durchführung von EMDR-Sitzungen ist.
  • Hypnose-Fortbildung
  • uvm.
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Man sieht also direkt: Die Möglichkeiten sind unendlich, der Geldbeutel ist es aber nicht. Also was sollte ich schnellstmöglich in mein Repertoire aufnehmen und was kann ich getrost ignorieren? Genau an dieser Stelle scheiden sich die Geister:

Der Pragmatische

Direkt in meinen ersten Bewerbungsgesprächen für die Ausbildung kam mir dieser Typus entgegen. Sein Argument: Das Studium und die Ausbildung sind meine Basis, damit kann ich mich in alles Neue selber einarbeiten. „Ich brauche keine zusätzlichen, überteuerten Fortbildungen. Die Zusatzqualifikationen, die ich mit der Kasse abrechnen kann, mache ich möglichst kostengünstig, am besten noch während der Ausbildung.“

Da hat er nicht ganz Unrecht. Warum gibt es zu allem und jedem Verfahren eine eigene Fortbildung? Ist es nicht genau die Idee unserer Berufsausbildung, dass wir damit befähigt werden vollumfänglich Psychotherapie anbieten zu können? Doch zeitgleich schießt mir durch den Kopf, dass ich 2 Jahre vor Approbationsprüfung noch lange nicht das Gefühl habe, vollumfänglich ausgebildet zu sein…

Der Individualist

„Ich mache das, was mich interessiert – nicht mehr und nicht weniger.“ Der Individualist pickt sich aus dem Fortbildungsbuffet das raus, was ihm am besten schmeckt und lässt den Rest ohne Reue stehen. Eigentlich eine sehr gute Einstellung, so von weitem betrachtet. Jedoch sollte man hier vermutlich aufpassen, sich nicht zu sehr auf ein Ding einzuengen. Ab und an einen Blick über den Tellerrand und außerhalb der eignen Blase kann Wunder bewirken.

Der Sammler

Den Sammler erkennt man häufig anhand seiner Bürowand (oder den Anhang in seiner Bewerbung). Er sammelt Zeugnisse. Alles hat er sich zertifizieren lassen und noch vor Approbation hat er vier zusätzliche Curricula von verschiedenen Instituten absolviert. Das liest sich alles sehr beeindruckend: psychologischer Psychotherapeut, PMR- Leiter, Traumatherapeut, Hypnotherapeut und am besten noch zwei Fachkunden zeitgleich.

Da bleibt einem auf dem ersten Blick die Spucke weg. Auf den zweiten Blick jedoch frage ich mich, ob das wirklich so nötig ist: Macht das die Person zu einem besserem Therapeuten? Und wenn er in allem gleichermaßen spezialisiert ist, kann er dann auch alles gleich gut? Oder fallen nicht automatisch manche Aspekte bei einer solchen Überladung hinten unter? Und woher hat er das ganze Geld dafür?

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Und was soll ich jetzt machen?

Das war jetzt sehr überspitzt formuliert. Jeder von uns ist ein bischen Pragmat, ein bischen Individualist und ein bischen Sammler. Wir müssen für uns selbst entscheiden: was ist uns unsere persönliche Fortbildung, unser Humankapital, wert? Und ist der Gewinn an Humankapital den Verlust an Geld und Zeit wirklich wert? Bei vielen Fortbildungen frage ich mich, warum man nicht einfach ein Manual liest und es austestet, bevor man 6000€ ausgibt. Gleichzeitig sind solche Fortbildungen ein wunderbarer Ort zum Austausch, zur Erprobung und zur Supervision.

Am Ende empfiehlt es sich die Zusatzqualifikationen für die Kasse gut durchzudenken. Wer weiß schon, ob er in 30 Jahren nicht doch eine Gruppentherapie anbieten wird. Also ergreife ich jetzt schon die Chance und nehme die Zusatzqualifikation während der Ausbildung direkt mit. Vielleicht bietet euer Institut auch Zusatzqualifikation an, es lohnt sich da mal nachzufragen! Welche Zusatzqualifikationen werdet ihr ganz sicher noch machen?

Übrigens…

Wir wollen eine Liste von potentiellen Fortbildungen, Zusatzqualifikationen und entsprechenden Instituten erstellen. Habt ihr Tipps für uns?

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