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Tipps zur besseren Psychohygiene

Quelle: pixabay.com

Im letzten Beitrag schrieb ich, warum Psychohygiene so wichtig ist. Hier soll es vor allem darum gehen, was wir für eine gute Psychohygiene tun können.

1. Sich eine Auszeit gönnen

Unseren Patienten erzählen wir etwas von Entspannung, regenerativem Stressmanagement und Selbstfürsorge. Alles Dinge, denen wir selbst häufig nicht nachkommen durch Zeitmangel, überhöhtes Engagement im Job bzw. in der Ausbildung und vielen weiteren Gründen. Aber auch wir sollten es uns gönnen, hin und wieder einfach die Füße hoch zu legen und mal nichts zu tun! Einen Tee trinken, ein gutes Buch lesen, einfach die Augen schließen und dösen. Ein Schaumbad nehmen, eine ausgedehnten Spaziergang machen (am besten mal ohne Handy). All das kann dazu führen, dass wir – zumindest für einen kleinen Moment – mal abschalten können.

2. Achtsamkeit

Achtsamkeit muss man erstmal lernen. Ich bin selbst kein riesiger Fan davon und übe es viel zu selten, aber es hat durchaus seine Berechtigung. Wenn man wirklich eine achtsame Grundeinstellung erlangt hat, kommt man wesentlich entspannter durch den Tag. Am liebsten mag ich achtsame Spaziergänge. Die Natur mal ganz bewusst wahrnehmen. Da sieht man erstmal, wie viel einem im Alltag eigentlich entgeht.

3. Sich mal was gönnen

Die kleinen Dinge im Leben sind es, die einem Freude machen! So sagt man. Sich einfach hin und wieder selbst eine kleine Freude bereiten. Sei es Shoppen, Essen gehen, ins Kino gehen – einfach einmal einen schönen Abend haben! Je nach finanzieller Situation ist das schwierig, aber es muss ja auch nicht das 5-Sterne Restaurant oder die 100€ Tasche sein. Ich selbst gehe regelmäßig zu Massagen oder zum Faszien-Yoga. Ist zwar teuer, aber ich bin danach entspannt und habe mindestens 2 Tage lang keine Rückenschmerzen mehr. Lohnt sich!

4. Sport

Den Patienten erzählen wir auch, dass Sport bzw. Bewegung generell  das A&O bei Depressionen und Stressabbau ist. Also sollten wir uns ebenfalls daran halten. Mit einer App (kostenfrei) mache ich mittlerweile jeden Tag 30 Minuten Sport zu Hause. Das hat einen doppelten Effekt: Ich kriege den Kopf frei und tue zusätzlich etwas für meine körperliche Gesundheit. Man kann sich auch im Fitnessstudio anmelden. Da lernt man direkt neue Leute kennen. Womit wir direkt beim nächsten Punkt wären:

5. Soziale Kontakte

Viele ziehen extra für die PT1 aufs Land, da es dort meist besser bezahlte Stellen gibt. Der Nachteil: Eine Infrastruktur ist meist nicht vorhanden und man ist abgeschieden. Ich selbst brauche zum nächsten Bahnhof und Einkaufsmarkt 10 Minuten mit dem Auto. Zur nächst größeren Stadt 45 Minuten mit dem Auto.  Freunde treffen wird so sehr erschwert. “Mal eben auf ein Glas Wein treffen” ist plötzlich nicht mehr drin, weil man ziemlich viel Zeit für die Fahrt einplanen muss. Da kommen einem die Medien des 21. Jahrhunderts echt entgegen – Ohne Whats App, Facebook und Co. hätte ich den Kontakt zu vielen Freunden sicherlich schon verloren.

Man kann sich aber natürlich auch an seinem Wohnort in einem Verein anmelden und schauen, was da so geht. Meist ist das aber leider nicht sehr attraktiv oder es gibt einfach nichts. Da muss man einfach gucken, was für Möglichkeiten man hat.

6. Vernetzung mit anderen PiAs

Es kann manchmal helfen, wenn man weiß: Ich hab das Problem nicht alleine. Es gibt Leidensgenossen. Das ist mit einer der Hauptgründe für diese Website gewesen.  Vernetzt euch mit AusbildungskollegInnen, ArbeitskollegInnen – Hauptsache, man hat hin und wieder mal jemanden zum reden, der die Problematik selbst kennt und versteht. Das hilft ungemein.

7. “Ich bin so müde!”

Ich komme häufig von der Arbeit und bin einfach nur noch absolut erschöpft und ausgelaugt. Meine Schlafstörungen tragen häufig ihren Teil dazu bei. Oft geht der Weg dann direkt aufs Sofa. Da ist dann nicht mehr viel mit Psychohygiene. Und “Ich bin so müde” ist dann häufig meine Ausrede, nichts mehr tun zu müssen.  Den depressiven Patienten erkläre ich in der Klinik in solchen Situationen die Abwärts-und Aufwärtsspirale. Man muss sich einfach klar machen, was fehlt, wenn man jetzt liegen bleibt. Und wie gut es einem geht, wenn man doch aufsteht.  Die Sport-App, die ich mir runtergeladen habe, fragt mich mittlerweile jeden Abend, ob ich jetzt kurz Zeit habe für mein Sportintervall – natürlich habe ich die. Und da ich jedes Mal ein “Leben” verliere, wenn ich kein Sport mache, stehe ich natürlich auf und mache die Übungen. Solche kleinen Dinge im Alltag können einen sehr helfen. Man kann Freunde, Partner, Eltern einbinden. Ich achte mittlerweile darauf, mindestens 2x im Monat auswärts essen zu gehen (und sei es nur bei einer Fast-Food-Kette) und ins Kino zu gehen, damit ich wenigstens hin und wieder mal raus komme.

 

 

to be continued !
Habt ihr noch Tipps für Psychohygiene? Ab in die Kommentare damit!

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