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Die Reform kommt – meine Arbeit ist getan, oder?

In den letzten Jahren haben sich viele PiAs, Psychotherapeuten, Studenten und andere Menschen stark für die Reform eingesetzt und waren berufspolitisch aktiv. Nun ist es fast soweit: Mitte April wird über den Gesetzentwurf abgestimmt. Die Arbeit ist getan. Doch was wird nun aus all den engagierten Menschen? Wohin soll die nun „freie Energie“ fließen?

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Von Kommilitonen habe ich nun schon mehrmals gehört, dass man sich von nun an zurücklehnen kann, es würde alles seinen Lauf nehmen. An dieser Stelle möchte ich betonen: Das sehe ich anders!

Nur weil das neue Gesetz bald da ist, heißt es noch lange nicht, dass die berufspolitische Arbeit damit ihr Ende findet. An diese Stelle möchte ich euch eine kurze Inspirationsliste geben, was es noch alles zu tun gäbe und warum ihr euch engagieren solltet:

Bis Mitte April: Das PsychThG bearbeiten!

Das Gesetz regelt den groben Rahmen, wie beispielsweise die Zugangsbedingungen oder den rechtlichen Umfang unserer Arbeit. Doch noch immer sind ein paar Punkte unklar und bis offiziell darüber abgestimmt wird, können noch Änderungen vorgenommen werden. Also meldet euch bei euren Abgeordneten, seid laut und fordert das ein, was ihr für eure Zukunft haben wollt. Denn wir sind es, die unter diesem Gesetz arbeiten werden müssen.

Nach dem point of no return

Egal wie die Abstimmung Mitte April ausgeht – unsere Arbeit geht weiter. PiAs werden noch einige Jahre weiter existieren und solange müssen wir auch für unsere Rechte einstehen. Dazu gehört Vernetzung, Aufklärung, Verbesserung der Arbeitsbedingungen und vieles mehr.

Die Reform ist nicht alles

Ja – die Reform ist in aller Munde und hat einen immensen Stellenwert. Doch es gibt noch mehr! Das Mitspracherecht in Kammern und Verbänden für PiAs ist mancherorts noch immer eingeschränkt oder nicht gegeben. Therapiemethoden werden aktuell überprüft, das ICD-11 entwickelt, Kammervorstände neu gewählt und vieles mehr. Solche Probleme werden durch die Reform nicht gelöst. Auch hier sollten wir uns einmischen – denn immerhin geht es um unsere Zukunft. Die Personen, die aktuell ganz vorne stehen und ohne uns entscheiden, sind meistens von ihren eigenen Ideen gar nicht mehr selbst betroffen und nähern sich der Rente. Also lasst uns ihnen zeigen, was wir wollen und brauchen.

Es fängt im Kleinen an

Auch ohne in Kammern und Verbänden aktiv zu sein kann man vieles tun – nämlich im eigenen Institut. Manchmal sind die Kurse nicht auf neuestem Stand, die Technik nicht modern, die Vertragsbedingungen fragwürdig oder die Räumlichkeiten nicht ausreichend gegeben. Tut euch zusammen, werdet PiA-/Kohorten-Sprecher, redet mit eurer Leitung, verbessert die aktuelle Lage bei euch vor Ort.

So viel Zeit habe ich doch gar nicht

Wir stecken in einer Ausbildung und arbeiten neben der Theorie auch noch unsere PT1/2 oder Ambulanzstunden ab. Manche von uns haben sogar ein Privatleben. Da kann man nicht immer bei jedem Treffen dabei sein, jede Demo mitnehmen oder alles persönlich übernehmen.
Aber das macht uns nicht machtlos. Über das Internet können wir uns vernetzen und austauschen. Oft gibt es Aktionen auf Social Media Kanälen, denen man sich mit einem Klick anschließen kann. Für Politiker verfassen Verbände oftmals Briefaktionen, bei denen man nichts tun muss außer seine Unterschrift drunter zu setzen. Petitionen kann man teilen, an Umfragen kann man auch vom heimischen Sofa aus teilnehmen. Zudem sind für PiAs Mitgliedschaften in Verbänden und Kammern oftmals kostenfrei, wodurch man teilweise bei wichtigen (Brief-)Wahlen eine Stimme hat. Falls man keine Zeit aber dafür Geld investieren möchte, kann man sich auch einer Gewerkschaft anschließen. Ihr seht: Es gibt genug Möglichkeiten.

Wir haben erlebt, dass wir etwas erreichen können. Also lasst uns die entdeckten Kräfte weiter nutzen und noch mehr erreichen!

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