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Hirn = Matschi Matschi

Es gibt diese Tage – und irgendwie sind sie nicht gerade selten – da kommt man vom Job und fühlt sich, als hätte man einen Eimer Zuckerwatte im Kopf.  NIchts geht mehr. Kochen?! Lieber TK-Fertigessen. Was lesen? NO WAY! Gerade so die basalsten Hirnfunktionen funktionieren noch (Atmen, Blinzeln, Laufen bis zum Sofa…). Das sind so die Tage, an denen man den Partner anzickt, weil er mal wieder zu viel Öl beim Kochen verwendet  und einfach generell alles falsch macht.

Was passiert an solchen Tagen? Manchmal gar nicht so viel: Man startet um 8 Uhr mit dem Team, hat dann drei Aufnahmen direkt nacheinander. Mittagspause. Großteam mit allen Co-Therapeuten. Und dann manchmal noch 2 Gespräche. Also alles “halb so wild”. Und dann ist da dieser anstregende Aspekt unseres Jobs, den vielleicht gar kein anderer so nachvollziehen kann. Das erwarte ich auch gar nicht (oder doch?). Es ist der Aspekt der Beziehungsgestaltung und der Emotionsarbeit, die wir da tagtäglich leisten müssen. Das ist mal mehr, mal weniger anstrengend.  Und dann kommen schlaue Leute und sagen “Das musst du als Psychologin aushalten können, sonst bist du falsch in dem Job!”. Bla bla bla!

Ja, verdammt, ich KOMME damit klar!  Aber:

Psychotherapeutin (in Ausbildung) sein heißt nicht, dass man zu einem emotionalen Eisklotz wird, dem alles egal ist! (Dann wäre ich nämlich falsch in dem Job!)

Psychotherapeutin (in Ausbildung) sein heißt nicht, dass mich das alles nicht berührt!

Psychotherapeutin (in Ausbildung) sein heißt:

– die eigenen Emotionen soweit kontrollieren, dass der Patient sie nicht unbedingt mitbekommt und der Patient weiterhin im Fokus steht!

– die Beziehung möglichst gut zu gestalten. Der Patient soll sich aufgehoben und sicher fühlen in der Klinik. Eine gute Beziehung, in der man therapeutisch arbeiten kann und auch Konflikte austragen kann, muss geschaffen werden.

Und verdammt, das IST nun mal anstrengend und wir sind auch einfach nur Menschen!

 

WhatsApp hat für solche Zustände einen Smiley, dem den Kopf explodiert. Bei mir sieht das einfach nur so aus:

 

Was dagegen tun?
Mir hilft Sport. Cardiotraining auf dem Laufband. Stures geradeauslaufen. Das erfordert keine großen Kompetenzen.

Es gibt natürlich auch Tage, da tritt dieser Zustand schon um 9.00 oder 10.00 morgens ein und man muss noch einen ganzen Tag durchhalten (und den anderen Patienten gerecht werden). Dann geht nur noch Sofa, Netflix (etwas ohne Ansprüche, Riverdale oder so) und irgendwann ins Bett. Und Zucker. Schokolade. Oder Gummibärchen.

Lasst uns doch mal eine Sammlung aufstellen, was euch in solchen Situationen hilft, den Rest des Feierabends oder des Arbeitstages zu überstehen.

2 comments

  1. Dana says:

    Mir hilft tatsächlich das Auto fahren! Die Ruhe, das allein sein, einfach stures Geradeaus fahren (auf der Autobahn). Keiner, der plötzlich in dein Auto hüpft und mit dir reden will. Die Stille (ich kann meine Hörgeräte aus machen und bin dann taub) – für euch vllt die Musik?! Und dann natürlich noch dieser Aspekt: Je weiter ich mit dem Auto fahre, umso weiter liegt meine Arbeit hinter mir. Ich lasse alles hinter mir und fahre meinem Haus, Mann, Katzen entgegen. Das tut mir wirklich sehr gut! Als ich noch mit dem Zug gefahren bin, fühlte ich mich abends zuhause nicht wirklich erholt, das Zugfahren (im IC) hat mich überhaupt nicht entspannt, obwohl ich immer einen Zweisitzer für mich hatte und lesen/schlafen/surfen konnte.

    Und natürlich Netflix mit ganz seichten Serien, wo man wirklich gar nicht mehr nachdenken muss. Und wandern!! Am liebste 25 km am Tag, aber das schafft man ja abends nicht mehr.

    • Lena says:

      Hallo Dana,

      vielen Dank für deinen Kommentar ! =) Ich stimme dir zu – etwas Abstand zwischen Arbeitsplatz und Wohnort kann sicherlich nicht schaden. Ich hatte das während meines FSJs und meiner Praktika und das hat wirklich gut getan. Jetzt sind es “leider” nur noch 5 Minuten (Fluch und Segen zugleich). Da funktioniert das mit dem Abschalten nicht ganz so gut.
      Wandern ist auch sehr schön! Das werde ich gleich noch einmal mit aufnehmen.

      LG Lena

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