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I have a dream…

… von einer tollen PT1-Stelle.

So nah…. und doch unerreichbar?

Lasst uns doch ein Werkzeug anwenden, dass ich immer wieder meinen Patienten anbiete: Das ABC-Schema!

Auslöser: Meine PT1-Stelle.

Die Klinik ist im Umfeld sehr für Ihr tolles Klima und die umfangreiche Supervision bekannt. Zudem verspricht sie, dass man langsam anfangen kann und viel hospitieren darf. Und ganz wichtig: Psychologen und Ärzte arbeiten auf Augenhöhe zusammen. Man arbeitet zwar Vollzeit, aber hat deutlich weniger Patienten als ein Approbierter. Das klingt doch richtig gut! Dafür könnte man das Gehalt und die 2 Stunden Pendeln pro Tag vielleicht sogar hinnehmen. Also: Bewerbung raus, Vorstellung gemeistert, im Dezember angefangen.
Der Realitätscheck: Ja, tatsächlich darf man hospitieren und auch die Patientenzahl steigt wöchentlich bis zum Maximum. Überfordert fühlte ich mich dennoch. Inzwischen denke ich, dass das immer so ist, egal mit welchem Pensum man startet. Auch wahr ist, dass ich sehr viel zu sagen habe, alles mit den Ärzten bespreche und das letzte Wort sogar habe. ABER: damit kommt auch eine riesige Verantwortung. Die Lösung wäre jetzt eine tolle Supervision. Und da kommt mein Problem: Die ist meiner Meinung nach nicht toll. Ich habe nicht das Gefühl “einen guten Draht” zu meinem Supervisor zu haben und gefühlt geht es in den häufigen Sitzungen nicht um Supervisionsfragen, sondern um andere Themen. Ich habe bereits versucht Themen rein zubringen, aber irgendwie wurde aneinander vorbeigeredet und jedes Mal hatte ich das Gefühl, dass es mir mehr geschadet als geholfen hat. Die Stunde, die ich da jeden Tag verbringe, könnte ich gefühlt deutlich besser investieren.

Bewertung

Ich denke, dass ich im Stich gelassen werde. Es erinnert mich stark an meine ehemalige Arbeitsstelle, bei der ich ebenfalls keinen kontinuierlichen Rückhalt von meiner (gefühlt nie) anwesenden Vorgesetzten hatte. Zudem bin ich der Überzeugung mehr Wert zu sein und auch mehr leisten zu können. Und ich WILL auch mehr leisten.

C(K)onsequenzen

Gefühl: Traurigkeit, Enttäuschung, Wut
Körper: Zusammenziehen der inneren Organe. Anspannung und das Gefühl bald weinen zu müssen. Der Spiegel meldet rote Flecken im Gesicht zurück.
Verhalten: Mit jedem darüber sprechen, der nicht schnell genug weg rennt. Zudem versuche ich mich zu beweisen und zu zeigen, dass ich es wert bin, dass um mich gekämpft wird. Versuchen mich mit meinem Vorgesetztem gut zu stellen. Das Mitarbeitergespräch einfordern. Langfristig: ich bewerbe mich bei der Konkurrenz.

Viele werden sich jetzt bzw. haben mich auch schon gefragt: “Wo ist denn dein Problem? Woanders ist es doch noch viel schlimmer.” Über diese Frage habe ich lange nachgedacht. Mein Problem ist, dass die Klinik – im Gegensatz zu anderen – in meinen Augen scheinheilig ist. Sie tut so, als hätte sie dieses Problem nicht. Als wäre die Einarbeitung perfekt, als wäre das die letzte Klinik, die noch nicht den schlechten Arbeitsbedingungen verfallen wäre. Und dabei ist das in meinen Augen leider doch so. Und mit meinen 24 Jahren habe ich eben doch noch einen Traum: Den Traum eines Vorgesetzten, der sich ehrlich um seine Mitarbeiter kümmert und zumindest spätestens nach aktiver Bitte an die Probleme heranwagt. Aber das ist wohl nur ein Traum… Und wie ich meinen Patienten so schön sage: Andere kann man nicht ändern. Was ich ändern kann sind die meine Bewertungen und Arbeitsbedingungen – und das werde ich!

 

Nachtrag: 1 Monat später

Inzwischen haben mehre Mitarbeitergespräch stattgefunden.  Ich kann euch nur empfehlen diese auch bei euch einzufordern, wenn ihr unzufrieden seid. Es hat sich natürlich nicht alles in Wohlgefallen aufgelöst, aber an einigen Punkten ist mein Vorgesetzter inzwischen deutlich bemüht. Und ich fresse es endlich nicht mehr in mich hinein….

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